6 Mythen über Familienglück

6 Mythen über Familienglück

Gibt es ein Geheimrezept für ein harmonisches, familiäres Miteinander? Ja, auf jeden Fall.

Gleichzeitig ist dieses Familienglücksrezept ohne jene Zutaten, die uns über Jahrhunderte anerzogen wurden und sich schließlich zu festen Glaubenssätzen manifestierten. Ich benenne diese hier als Irrtümer und Mythen, die uns suggerieren, Familienglück hinge von äußeren Faktoren ab – alten Rollenmustern, Glück, Geld, Zeit und wolkenloser Heiterkeit.

Versuchst du, diese Konstellation aufrechtzuerhalten, wird es schwer eine glückliche Familie zu leben.

Ich möchte mit sechs Irrtümern aufräumen, die mir in meinen Familien-Coachings regelmäßig begegnen.

Mythos No. 1
Nicht jeder ist für das Familienleben geeignet.

Menschen, die lange ohne einen Partner leben, neigen zu der Annahme, sie seien nicht oder nur schwer beziehungsfähig. Ähnlich ergeht es alleinerziehenden Eltern, wenn eine Beziehung in die Brüche gegangen ist. Sie befürchten so etwas wie „Familie“ nicht umsetzen zu können, weil sie glauben gescheitert zu sein.

Wichtig ist: Niemand muss einem bestimmten Muster entsprechen oder sich so verhalten, wie man glaubt, dass der oder die PartnerIn es erwartet.

Der Wunsch eine Beziehung eingehen zu wollen ist die Grundvoraussetzung. Für diese Verbindung, sei es zum Kind oder PartnerIn, wird Verantwortung übernommen. Verantwortung dafür, diese Beziehung pfleglich und respektvoll zu behandeln. Die Regeln dafür bestimmen die Partner in der Beziehung selbst und diese werden klar kommuniziert. Das heißt, in einer Beziehung immer im zu Dialog bleiben. Gemeinsam die Regeln anzupassen, bis sie sich stimmig anfühlen.

Als Solospieler findest du selten Antworten zu auftretenden Konflikten, egal in welcher Beziehung.

Mythos No. 2
Du musst Glück haben.

Die Annahme, du bräuchtest einfach nur „Glück“ für ein intaktes Familienleben würde bedeuten, dass es sich hier um einen unbestimmten Faktor X handelt. Eine Sache, die du nicht steuern kannst. Etwas, was du hast oder halt nicht. Und besitzt du es nicht, dann klappt es mit dem Familienglück leider auch nicht. Pech gehabt …

Wer diesem Mythos nachhängt, hat nicht verstanden, wie er/sie „Glück“ selbst gestaltet. Du lässt es entstehen, arbeitest daran und du bist es, der es behält, wenn du achtsam damit umgehst. Glück ist keine Sache, sondern ein Zustand, den jeder selbst mit seiner inneren Haltung erlangen kann. Es ist vor allem deine Betrachtungsweise, wie du dich und deine Umwelt wahrnimmst. Das hilft dir, deinen Weg zum inneren Frieden zu finden. Sich freuen zu können, sich und andere wertzuschätzen, sich anzunehmen, das sind die kleinen Dinge auf dem Weg zum großen (Familien)Glück.

Deine Familie nimmt ganz genau wahr, wie es dir geht. Positive, im Sinne von glücklichen Momenten, Gedanken und Handlungen haben ebendiese Auswirkungen auf dein Umfeld. Mach dich also nicht abhängig vom Glück – sei das Glück!

Mythos No. 3
Familienglück braucht Geld und Wohlstand.

In unserer westlich orientierten Welt sind materielle Dinge in den vergangenen Jahrzehnten wichtiger geworden. Nach Kriegen waren unsere Familien dankbar sich wieder aus den kargen Zuständen heraus in den Wohlstand zu arbeiten. Mit Recht sind sie stolz darauf und blicken nun auf das, was wir daraus gemacht haben. Spielzeug und Materielles im Überfluss, ob aus Holz, Plastik oder Elektronik. Vieles davon hast du für dich und deine Familie gekauft. Durch den gekauften Besitz glaubtest du glücklicher zu sein. Doch all das sind Dinge, die zwischen dir und deinem Kind stehen.

Was du wirklich brauchst sind Liebe, Verständnis und Wertschätzung. Das Beste ist: Diese drei Bedürfnisse sind kostenfrei und beginnen bei dir selbst.

  • sich selbst verstehen,
  • Selbstliebe und
  • Selbstwertschätzung

Diese drei Haltungen bringen dir inneren Wohlstand. Wie das geht? Probiere es aus!

Mythos No. 4
Familienglück besteht immer nur aus zwei Elternteilen.

Die Gründe, warum Eltern nicht mehr zusammenleben, sind vielschichtig. Partner, die gemeinsam ein Kind bekommen haben und sich dafür entscheiden getrennt zu leben, treffen diese Entscheidung oft gewissenhaft. Danach können Verletzungen eine große Rolle spielen, denn eine Trennung tut weh. Sie ist für die Eltern und das/die KindEr schmerzhaft.

Mach dir deine Verletztheit und Schmerz bewusst und nimm dir die Zeit zu heilen. Es werden sich dir neue Wege eröffnen glücklich zu sein. Dein Kind verliert seine Eltern nicht, es erlebt sie nur nicht mehr als Liebespaar. Es werden neue Menschen in euer Leben kommen. Mit Toleranz und Liebe kann daraus ein neues Familiengefüge entstehen, das Geborgenheit und Kraft gibt. Es ist eine Annahme der Vielfalt von Familie.

Ein Familienbild ist gestalt- und modellierbar. Sei der/die KünstlerIn, der/die ihm Leben einhaucht und daraus die starke Bindung entstehen lassen, die unsere Kinder brauchen. Denn Familie ist keine Anzahl an Menschen, sie ist ein Gefühl der Verbundenheit.

Mythos No. 5
In einer intakten Familie gibt es keinen Streit.

Es gibt Familien oder Partnerschaften, in denen kaum gestritten wird. Ich definiere Streit hier als Uneinigkeit. Menschen in einer Beziehung haben meistens ähnliche Weltanschauungen und stimmen auch in ihren größtenteils Charaktereigenschaften überein. In Familien mit Kindern unterschiedlicher Altersgruppen, verschiedener Interessen und Ansichten kommen Uneinigkeiten und Konflikte vor und sind auch willkommen.

Ob häufig oder selten, wichtig ist im Umgang mit Konflikten, der Respekt vor dem Anderen und die Fähigkeit, Streit als Entwicklungsprozess zu empfinden. Fürchtest du sofort um dein Familienheil, sobald eine Gewitterwolke aufzieht oder empfindest du Widerworte als bedrohlich? Vielleicht reagierst du auch ängstlich oder aggressiv darauf.

Schaffe dir eine stabile Beziehung, höre dir selbst und deiner Familie zu. Findet Lösungen. Und wenn die Fronten verhärtet sein sollten, geh kurz an die frische Luft, atme durch und schaue mit Abstand auf den Konflikt und die damit verborgenen Entwicklungsprozesse. Frage dich und die direkt Beteiligten, warum die jeweiligen Emotionen im Raum stehen. Um welche ungestillten Bedürfnisse geht es?

Damit lernst du dich und deine Familienmitglieder noch besser kennen. Familienglück heißt nicht wolkenlose Heiterkeit, sondern Liebe, Leidenschaft und Verbundenheit. Wie gehst du mit deinem Gegenüber im Konflikt um, bleibst du mit ihm in Verbindung?

Ich habe gelernt, wenn der Regen vorüber ist, können neue Blumen wachsen.

Mythos No. 6
Eine Familie muss jede Minute zusammen verbringen.

Dieser Irrtum begegnet mir sehr häufig. Sowohl in Beziehungs- als auch in Familienfragen. Zu Beginn einer Beziehung, ob nach der Geburt oder frisch verliebt verbringen wir viel Zeit miteinander. Um uns zu beschnuppern, eine Bindung aufzubauen und zu stärken. Sich kennen und ja, lieben lernen.

Danach braucht jeder Mensch auch Zeit sich selbst zu erfahren. Das geht nur in deiner freien Zeit. Wer bin ich als Mama, Papa, PartnerIn? Sich selbst erfahren, was übrigens ein lebenslanger Prozess, ist. Kinder müssen Erfahrungen und Konflikte sammeln, die sie auch mal ohne Eltern lösen und erleben können. Auf diesem Weg lernt die ganze Familie, was sie sich wünscht und welche Ziele sie verfolgen möchte.

Dadurch wird die Zeit zusammen sogar wertvoller und intensiver. Es kommen neue Gesprächsthemen, Impulse dazu und die Gegenwart des Anderen wird mehr geschätzt.

Zeit für dich und deine eigene Lebenszeit. Du schenkst sie dir. Und mit dieser Wertschätzung für dich kannst du auch anderen Liebe entgegenbringen.

Du siehst, anhand dieser Irrtümer, dass deine harmonische Familie nur von inneren Faktoren abhängig ist. Alles, was aus deinem Inneren kommt, kannst du beeinflussen und somit auch dein Familienglück.

Mein Rezept für dein glückliches Familienleben besteht aus Zutaten, wie:

  • miteinander reden,
  • aufrichtig sein,
  • Lust haben, daran zu arbeiten,
  • in Verbindung zu bleiben,
  • Selbstliebe,
  • Verantwortung und

immer wieder eine Prise Romantik und Verspieltheit.

Deine Nicole Gratz
Erziehungswissenschaftlerin

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Autorin

Nicole Gratz
Mutter, Inhaberin, Erziehungswissenschaftlerin/Soziologin M.A. (Uni Potsdam), Entspannungspädagogin

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